Ausgebrannt - Wenn der Mensch überlastet ist

„Burn-out“ ist nicht einheitlich definiert. Zumeist wird mit dem Begriff ein Zustand starker emotionaler und körperlicher Erschöpfung bezeichnet. Chronische Überforderung oder auch anhaltende Kränkungen im Beruf gelten als Hauptursache. Prävention und Therapie zielen darauf ab, Strategien im Umgang mit solchen Belastungen zu verbessern und Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen.

Der Begriff klingt zwar international, ist aber außerhalb Deutschlands wenig bekannt. In anderen Ländern gelten eigene Bezeichnungen für Erschöpfungszustände im Zusammenhang mit dem Berufsleben. Sie beziehen sich meist auf helfende Tätigkeiten oder solche im Gesundheitswesen. Obwohl der Begriff Burn-out von dem Psychotherapeuten Herbert Freudenberger im New York der 70er Jahre geprägt wurde, ist er auch in den USA nicht gebräuchlich. Stattdessen spricht man dort von „Compassion fatique“ – Mitleidserschöpfung.

BURN-OUT IST KEINE MEDIZINISCHE DIAGNOSE

Dennoch können sich viele Menschen, die sich überlastet und chronisch körperlich und emotional erschöpft fühlen, mit diesem Begriff identifizieren. Einige Psychologen vermuten, dass sich durch die Krankheitsbezeichnung Menschen in ihrem Leiden verstanden fühlen und offen mit einem psychischen Dilemma umgehen können. Obwohl keine eigenständige Diagnose, wird Burn-out von Ärzten unter dem Kürzel Z73 zusammengefasst. Z73 steht für „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung". Unter diesem Kürzel werden auch einige weitere schwer abgrenzbare Krankheiten erfasst, wie z. B. Stress. Besonders erschwert wird die Diagnose, da sich die Symptome der Erkrankung zum großen Teil mit den Kennzeichen einer Depression überschneiden. Manche Experten vermuten daher, dass es möglicherweise keine klare Abgrenzung zwischen den beiden Leiden gibt.

SYMPTOME, DIE AUF EINEN BURNOUT HINDEUTEN

Obwohl eine klare Definition von Burnout anhand von Symptomen nicht möglich ist, gibt es dennoch einige charakteristische Beschwerden, die oft im Rahmen von Burn-out-Konstellationen erlebt werden. Anhaltende Müdigkeit, emotionale Erschöpfung, Entfremdung von der eigenen Person sowie nachlassende Leistungsfähigkeit gehören beispielsweise dazu. Auch eine innere Leere und ein Sinnverlust können empfunden werden. Einher geht häufig ein Rückzug: Viele Burn-out-Betroffene igeln sich immer mehr ein, vernachlässigen Partner und Freundeskreis. Aber auch sogenannte psychosomatische Beschwerden wie z. B. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen können auftreten. Da es für Burn-out keine Standard-Therapie gibt, sollte die Behandlung zum Patienten und seiner Lebenssituation passen. In leichten Fällen ist mit Stressbewältigung, Zeitmanagement und Entspannungstechniken oft schon viel zu erreichen.

Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf Burn-out ist der Hausarzt. Er kann bei Bedarf zum Spezialisten überweisen, in der Regel an einen Psychiater, einen Psychotherapeuten oder Psychologen. Darüber hinaus bieten viele Hotlines Hilfe an, beispielsweise die Telefon-Seelsorge in Deutschland unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Auch Literatur steht zum Thema bereit – einen Überblick können z.B. geben https://www.dbvb.org/literaturtipps oder https://www.hilfe-bei-burnout.de/literatur/.